Wenn Eltern mit mir sprechen, höre ich oft dieselbe Frage: „Wie schafft ihr das eigentlich im Alltag?" Die kurze Antwort: mit Routinen, Prioritäten, vielen einfachen Gerichten — und einer großen Portion Flexibilität. Die längere Antwort kommt hier.
Dieser Familienbericht soll keinen Maßstab setzen und auch keine Anleitung sein, die für jede Familie passt. Jede Familie hat ihren eigenen Rhythmus, eigene Bedürfnisse, eigene Herausforderungen und Wünsche. Genau deshalb finde ich echte Einblicke so wertvoll.
„Bei uns entscheiden die Erwachsenen, was, wann und wo gegessen wird. Die Kinder entscheiden, ob und wie viel sie essen."
Unser Großer, Anton, ist fünf Jahre alt und nimmt sein Essen selbst mit. Unser Kleiner, Franz, ist bald zwei Jahre alt und geht zur Tagesmutter. Dort wird zweimal täglich frisch gekocht, viel Gemüse verarbeitet, gemeinsam angebaut, geerntet und gekocht — sogar fermentiert wird dort mit den Kindern. Darüber freue ich mich riesig.
Ich selbst achte aktuell besonders auf proteinreiche Mahlzeiten, weil ich Muskeln aufbauen möchte. Mein Mann ist sehr stoffwechsel-flexibel unterwegs, frühstückt meistens gar nicht und liebt inzwischen ebenfalls fermentiertes Gemüse.
„Stellst du jetzt wieder vergammelte Lebensmittel auf den Tisch?" 😄
— Mein Mann, früher. Heute mit Heißhunger auf Kimchi.
Eine Sache ist bei uns gesetzt: Mindestens eine gemeinsame Mahlzeit am Tag. Das ist für mich Familienzeit. Da sitzen wir zusammen, erzählen, diskutieren, lachen, und manchmal verhandeln wir auch ein bisschen über Auberginen-Stücke oder die Menge an Soße auf den Nudeln.
Morgens geht es meistens schnell. Anton und ich frühstücken oft gemeinsam Gemüse mit Vollkornbrot. Paprika, Radieschen, Rote Bete, eingelegte Artischocken — was es gerade gibt — dazu gutes Olivenöl. Beim Brot wechsle ich viel ab: Roggen, Dinkel, Emmer, Einkorn, Hafer.
An den Wochenenden mache ich oft ein warmes Haferflocken-Porridge mit Zimt-Tofu oder verschiedene Schnitten. Das macht mir richtig Spaß — und wenn die Kinder mithelfen, werden sie noch bunter. Gegessen werden sie sowieso gern.
Neulich wollte der Große dem Kleinen unbedingt ein Brot machen. Was dabei herauskam: eine Hälfte mit Senf bestrichen, die andere mit Nussmus. Und der Kleine hat sich total gefreut 🙂
„Eine Hälfte mit Senf, die andere mit Nussmus. Und der Kleine hat sich total gefreut." — Manchmal ist das Miteinander das Schönste am Essen.
Dienstags und donnerstags mittags essen wir alle gemeinsam zuhause. Dann koche ich große Portionen: Nudeln mit Lauch-Frischkäsesoße, Tomatensoßen mit verschiedenen Zwiebeln, selbstgemachtes Pesto alla Genovese. Nudeln funktionieren bei uns an diesen Tagen einfach richtig gut.
Und dienstags und donnerstags abends gibt es bei uns fast immer Suppe. Dienstags bereite ich eine größere Menge vor, die Hälfte friere ich direkt ein und hole am Donnerstag eine andere wieder heraus. So haben wir jede Woche zwei verschiedene Suppen. Diese Routine entspannt unseren Alltag sehr.
„Für mich bedeutet gute Planung Freiheit. Dadurch entsteht Raum für spontane Nachmittage, Ausflüge oder einfach ruhige gemeinsame Zeit."
Unsere Gerichte wiederholen sich regelmäßig. Genau das macht den Alltag für mich leicht. Ich habe in den letzten Jahren immer wieder geschaut, welche Gerichte in verschiedenen Kulturen gut funktionieren. Die Grundlage bildet fast immer Gemüse, Hülsenfrüchte spielen eine große Rolle.
Schnell & alltäglich
Gemüsesuppen · Rührei mit Lauch · Ofengemüse · Pasta · Kaiserschmarrn · Nudelauflauf · Soba-Nudeln · Pilzgulasch · Farinata
Italienisch
Linsenbolognese · Ribollita · Minestrone · Pesto alla Genovese · Risotto · Spinatlasagne · Arrabbiata · Caponata · Farinata
Orientalisch & Sommer
Dhal · Shakshuka · Baba Ganoush · Kisir · Gigantes · Griechischer Salat · Tzatziki · Zucchini-Fritters
Im Kühlschrank stehen fast immer: Kimchi, Sauerkraut, fermentierte Karottensticks, Rote Bete, Gurken, Rotkraut oder Tomaten. Ich bereite vieles zwischendurch vor, oft während die Kinder spielen oder etwas im Ofen ist.
„Manchmal beobachte ich regelrechten Heißhunger auf fermentiertes Gemüse. Ich bin überzeugt, dass der Körper sehr gut weiß, was ihm guttut."
Mit etwas mehr Muße würde ich gerne öfter Sauerteigbrot backen oder Knochenbrühe selbst machen. Und kulinarisch möchte ich noch mehr kulturelle Vielfalt in unseren Alltag bringen: auch mal Fattoush, Tabbouleh oder Menemen ausprobieren. Und irgendwann alle indischen Soßen so hinbekommen wie unser Lieblingsinder.
„Gleichzeitig mag ich unseren Alltag genau so, wie er gerade ist: lebendig, flexibel, abwechslungsreich."
Essen spielt bei uns eine große Rolle. Und gleichzeitig gehören viele andere Dinge genauso dazu: guter Schlaf, Bewegung, frische Luft, Sport, gemeinsames Spielen, Zeit mit Freunden und Familie. Für mich entsteht Gesundheit aus vielen kleinen Gewohnheiten, die sich ganz natürlich in den Alltag einbinden lassen.
Ich glaube, Familien brauchen heute weniger starre Regeln und mehr alltagstaugliche Lösungen. Mehr Ideen, die wirklich zum eigenen Leben passen. Genau darum geht es bei croomel. Ich hoffe, wir lernen uns bald kennen 🙂
Genau darum geht es bei croomel — schauen, was bei euch bereits gut läuft, und kleine Anpassungen finden, die wirklich helfen.
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